Anders Unternehmen

Innovative Geschäftsideen von und für Existenzgründer

34 Geschäftsideen aus Landwirtschaft, Obstbau & Gemüsegärtnereien

Was Landwirte, Gemüsegärtner und Food StartUps verbindet und wo sie voneinander lernen können – in 32 Geschäftsideen rund um Landwirtschaft, Obstbau und Gemüsegärtnereien. Von Äpfeln mit individuellem Motiv über geteilte Kühe und der Low Budget Obstsammelmaschine!

Hinweis: Artikel enthält Provisions-Links. Diese sind mit “*” gekennzeichnet.

7 pfiffige Marketing-Ideen

1. Cowfunding – geteilte Kühe

Crowdfunding, Crowdinvest, Crowdlending – die Sharing Economy verändert (manchmal) gesamte Branchen. Die StartUps mit Namen wie KaufNeKuh, Besserfleisch oder MeineKleineFarm werden wohl kaum das neue AirBnB oder Uber, sie versuchen aber, die Handelskette radikal zu kürzen. Unter den Schlagwörtern Cowfunding, Cow-Sharing oder Crowdbutchering verkaufen sie Fleisch über das Internet. Aber nicht irgendwie und auch nicht irgendein Fleisch. Beim Cowfunding wird immer nur dann geschlachtet, wenn sich genug Kunden gefunden haben. Das Fleisch eines Tieres wird dann durch 15-40 Kunden geteilt, möglichst fair natürlich. Dabei fungieren die Plattformen als Vermittler zwischen Landwirten, Metzgern und Konsumenten. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass er transparent nachvollziehen kann, wo und wie das Tier, dessen Fleisch er bekommt, aufgewachsen ist. Für den Landwirt nimmt die Plattform das Marketing ab, denn für viele ist der Betrieb einer eigenen Webseite oder gar eines Webshops viel zu aufwändig. Das Modell hat sich innerhalb kurzer Zeit als so erfolgreich dargestellt, dass weitere Angebote entstehen, für Schweine, Gänse, Schafe, Bio-Rinder oder besondere Rinderrassen.

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2. Naranjas del Carmen – Baumpate werden

Anfang Oktober ist es wieder soweit und wir werden die ersten frischen Orangen aus Spanien genießen können. In Discountern und Supermärkten wird dann wieder ein Preiskampf darum geführt, wer die günstigsten Zitrusfrüchte anbieten kann. Am schlechtesten kommen dabei die Erzeuger weg. Zwei Brüder aus Spanien haben es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. Ihre kleine Revolution der Landwirtschaft nennen Gabriel und Gonzalo selbstbewusst “Landwirtschaft 2.0”.

Während ihrer Auslandssemester merkten die beiden, wie schlecht der Geschmack der Orangenfrüchte außerhalb ihrer Heimat Spanien war. Nach Ihrer Rückkehr nach Spanien entschlossen sich die beiden, die Orangenplantage ihres Großvaters neu aufblühen zu lassen, deren Zustand sich zu diesem Zeitpunkt ständig verschlechterte. Keine einfache Aufgabe zu Zeiten, in denen der Großhandel nur 15 Cent pro Kilogramm auszahlt. Sie mussten sich etwas Neues überlegen. Gabriel und Gonzalo, damals 27 und 24 Jahre alt, hatten sich zunächst für Wege fernab von der Landwirtschaft entschieden. Der Ältere studierte im Fachbereich des industriellen Designs und der Jüngere Logistik. Mit diesem Wissen gründeten die beiden einen Orangenversand mit dem Namen “Naranjas del Carmen” und brachten mit wenig Geld, aber viel Elan und Herz die Plantage wieder auf Vordermann. Dass die Orangen per Paket versandt werden, hat nicht nur den Vorteil, dass Zwischenhändler umgangen werden und somit mehr Geld bei den Brüdern als Erzeuger ankommt, es bedeutet auch, dass die Ware so frisch wie möglich beim Kunden landet und ihr Dasein nicht in kühlen Lagerhäusern verbringt.

Doch die beiden benötigten mehr Kapital, um ihren Betrieb weiter auszubauen. Sie entschlossen sich, Bäume zur “Adoption” anzubieten und nannten das ganze “Crowdfarming”. Wer einen Baum adoptiert, zahlt im ersten Jahr 80€ und in den darauf folgenden 60€ pro Jahr und erhält dafür mindestens 80kg Orangen von “seinem” Baum. Diese können flexibel geliefert werden, es müssen dann nur noch die Versandkosten pro Paket gezahlt werden. Die große Menge schreckte die Kunden nicht ab, sie schlossen sich zu Einkaufsgemeinschaften zusammen und wurden immer mehr. In nur einem Monat konnten durch solche Patenschaften über 300 Bäume gepflanzt werden. Die Úrculo Brüder haben daraus gelernt – und bieten nun auch Bienenstöcke zur “Adoption” an. Als Ernte gibt es natürlich Orangenblütenhonig!

Dieser Artikel erschien zuerst am 26. Juli 2017 beim CleanEnergy-Project

Crowdfunding in der Landwirtschaft ist eine gute Geschäftsidee für Direktvermarkter

Frische, unbehandelte Zitrusfrüchte direkt vom Erzeuger

3. Familienhuhn – Solidarische Landwirtschaft

Schon vor über einem Jahr schrieb Tobias Hartmann für das CleanEnergy-Project über das Töten von männlichen Eintagsküken: “Jährlich werden weltweit geschätzte 2,5 Milliarden frisch geschlüpfte Küken an ihrem ersten Lebenstag sofort wieder getötet, weil sie für die Industrie nutzlos sind. Allein in Deutschland sterben nur aus diesem Grund 50 Millionen der sogenannten „Eintagsküken“ im Jahr, schätzt PETA. Die Tiere werden vergast oder bei lebendigem Leibe geschreddert. Ihr einziger „Fehler“: Sie haben nicht das gewünschte Geschlecht und können keine Eier legen.” Bioland und Demeter züchten das Zweinutzungshuhn von morgen.

Ganz egal ob bio oder konventionell, die Hühnerrassen sind heutzutage auf einseitige Leistung gezüchtet. Entweder sie gewinnen schnell an Gewicht oder sie legen möglichst viele und gleichmäßige Eier. Es gibt kaum eine Hühnerrasse, die in beiden Bereichen sinnvoll genutzt werden kann. Nicht nur für Verbraucher ist das Töten der Küken nach wenigen Stunden nicht mit dem Gedanken an eine nachhaltige Landwirtschaft vereinbar, besonders Bio-Geflügelhalter plagt das schlechte Gewissen, zumal sie abhängig von konventionellen Zuchtkonzernen sind; eigene Bio-Zuchtlinien gibt es kaum. Doch die Tiere in Freilandhaltung haben andere Ansprüche als solche, die in riesigen Hallen herangezogen werden.

Diesem Dilemma widmet sich seit einiger Zeit Inga Günther vom Hofgut Rengolshausen, einem der ältesten Demeter Betriebe der Welt, idyllisch gelegen in der hügeligen Landschaft in Überlingen am Bodensee. Inga Günther ist Geschäftsführerin des gemeinsam von den Anbauverbänden Bioland und Demeter gegründeten Unternehmens “Ökologische Tierzucht gemeinnützige GmbH”. Seit März 2015 arbeitet dieser Träger an der Weiterzüchtung eigener ökologischer Zweinutzungshühner. Tiere also, bei denen die weiblichen Hühner als Legehennen großgezogen werden und die männlichen Tiere zur Mast. Es ist kaum ein Wunder, dass sich bisher kein Unternehmen der Zucht einer eigenen Bio-Linie gewidmet hat, denn es handelt sich hierbei um eine Herkulesaufgabe, wenn man betrachtet, welcher Aufwand dafür betrieben werden muss.

Über einen Zeitraum von 4 Monaten werden Hennen und Eier beobachtet, bis entschieden wird, welche Tiere für die Weiterzucht geeignet sind. Täglich mehrmals müssen alle Nester geprüft werden. Auch wenn die Zucht noch nicht abgeschlossen ist und sich der Erfolg erst nach Jahren zeigen wird, werden die Produkte dennoch heute schon vermarktet. Bei der Kampagne “1 Cent für die ökologische Tierzucht” wird von jedem verkauften Ei 1 Cent an das gemeinnützige Zuchtunternehmen ausgezahlt.

Einer der Landwirte, der jetzt bereits Hennen und Hähne  aus der ökologischen Tierzucht aufzieht, ist Siegbert Gerster. Auf dem Hofgut Hinterstrauben, im oberschwäbischen Ravensburg, hat er das Projekt “Das Familienhuhn” gegründet, eine “solidarische Hühnergemeinschaft”. Hier werden Familien Paten von Hühnern, zahlen einen festen monatlichen Beitrag. Die gelegten Eier aller Hühner werden wöchentlich anteilig auf alle 80 Paten(-familien) verteilt. Das Geflügel wächst in Gruppen zu maximal 100 Tieren in mobilen Ställen auf. Das ist aufwendig, wie auch die Zucht neuer Rassen. Doch die Arbeit lohnt sich um zu zeigen, dass Alternativen möglich sind – und die biologische Landwirtschaft authentisch bleibt.

Dieser Artikel erschien zuerst am 17. Mai 2017 beim CleanEnergy Project

Pionier-Landwirtschaft in Ravensburg / Das Familienhuhn

Frisches Gras sieht nicht jedes Huhn täglich!

4. Etepetete

Wer is(s)t schon gern normal? Das haben sich die Gründer von Etepetete gedacht und sich ein Beispiel am boomenden Markt der Aboboxen genommen. Doch hier gibt es keine Proben von Süßkram, Lipgloss oder veganen Köstlichkeiten (auch wenn dieses Gemüse natürlich vegan ist). Bruch-Karotten, zu kleine Tomaten, krumme Paprika und Avocados mit „Schalenfehlern“. All dies und noch einiges mehr verschickt ETEPETETE in einer wöchentlichen „Gemüseretterbox*” bequem zu den Kunden nach Hause. 19,90€ kostet eine gemischte “Classic” Box mit Versand (hier die wöchentliche Inhaltsliste Nr. 43 als Beispiel). Liebe Landwirte mit Lieferdienst: Ich hoffe, ihr hört die Glocken klingeln 😉

5. nearBees, Honig von nebenan

Honig gibt’s im Supermarkt, Feinkostladen oder auf dem Wochenmarkt, basta! Oder wo kaufst du deinen Honig ein, wenn du nicht gerade das Glück hast, einen Imker im Dorf zu haben? Jetzt mal im Ernst, die Imkerei ist online nicht nur hinterher, sie ist so gut wie nicht existent. Das zweite Problem: das klassische Honigglas eignet sich nicht wirklich für einen Versand. Daher versucht das StartUp nearBees gerade, eine ganze Branche online zu bringen. Über nearBees können die Imker von nebenan ihren Honig überregional vermarkten. Dazu können sie von nearBees eine speziell entwickelte Honigverpackung beziehen, die durch jeden Briefkastenschlitz passt. Dadurch verringern sich die Versandkosten stark. Natürlich ist der Verkauf über eine solche Plattform mit Arbeit und Kosten verbunden. Nach Abzug der Plattformgebühr von 15% auf den Gesamtpreis (inkl. Porto), der Versandpackung (1 € – in Zukunft günstiger), der Versandkosten (1,50 €) und der Zahlungsgebühren (0,50 €) bleiben Berechnung von nearBees zufolge bei einem Verkaufspreis von 9,00 € pro 500g Honig am Ende 4,65 € beim Imker. Den Honig bringen von nun an wohl die fleissigen Bienen von der Post.

6. Das Resteschwein

Krummes Gemüse und Patenhühner lassen uns kreativ werden! Aus unserer Erfahrung im Lebensmittelhandel und mit Foodsharing wissen wir: es gibt Gemüse, das hält keinen Versand mehr aus. Es wäre zwar noch genießbar, aber wirklich nicht mehr lange. Oder es ist in so großen Mengen über, dass wir keine Ideen haben, wie man es verwerten könnte. Auch gibt es immer wieder Abfälle aus Brauerein, Ölmühlen oder anderen Verarbeitungsbetrieben, die kein Mensch essen möchte, die aber geniale Futterlieferanten sind. Was wäre, wenn man die Ideen der Verwertung von übrigem Gemüse mit einer Tierpatenschaft kombinieren würde? Das Resteschwein kommt dabei raus! Es verwertet – und es verwertet viel. Und es schmeckt. Und ist süß. Und führt uns vor Augen, wie wertvoll unsere Reste sind. Liebe Landwirte, meldet euch beim Familienhuhn, lasst euch beraten und startet mit dem Resteschwein!

das Restschwein frisst gegen Lebensmittelverschwendung - spannende Geschäftsidee für Direktvermarkter

Hab ich „fressen“ gehört?

7. Äpfel mit individuellem Motiv

Nur auf dem Herzapfelhof Lühs in Jork im Alten Land bei Hamburg wächst das Original: der Herzapfel. Seit über 30 Jahren ist der Herzapfel das Markenzeichen und Namensgeber des Herzapfelhofs. Mit Schablone oder Lasertechnik werden auch weitere Werbefrüchte wie Orangen, Zitronen und Nüsse kurzfristig und individuell nach Kundenwunsch mit Logos und Texten verziert.

Die neue Herzapfelhof-Lasertechnik ermöglicht es immer besser, Äpfel mit sehr filigranen Motiven zu verzieren. Bei diesem seit dem Frühjahr 2003 vom Herzapfelhof entwickelten und ständig verbessertem Verfahren, bleibt die Schale unverletzt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht, eine optimale zeitgemäße Anwendung, die den Gedanken der Nachhaltigkeit und den Einsatz natürlicher Produkte stark unterstützt und mit dem Themen Gesundheit und Fitness verbindet.  Dabei ist so ein Apfel mit Branding keine günstige Sache: in der Präsentbox kostet er mal eben 7,95 €!

PS: Wer gar nicht genug von herzlichen Äpfeln bekommen kann, der kann sich auch einen Toilettensitzdeckel im Herzapfeldesign* bestellen (kein Scherz)!

20 spannende Lebensmittel, die herausstechen

8. Lupinenkaffee

Bioland “Lupinello” Lupinen-Kaffee “vom Acker in die Tasse” vom Biolandhof Kelly

Wer sich auf den kleinen Straßen durch das Bodensee-Hinterland zehn Kilometer nördlich von Sipplingen schlängelt, der wird wohl kaum damit rechnen, dass dort Kaffee auf den Feldern der Bioland-Betriebe Kelly und Warnke wächst. Doch wer hier an Bohnenkaffee der Sorte “Arabica” denkt, der liegt falsch, da dieser ja vornehmlich in Höhenlagen zwischen 900 bis 2.000 Metern wächst und kaum Frost verträgt. Der Kaffee, der hier am Bodensee wächst, wird aus den reifen Samen der Süßlupine gewonnen, „Lupinello“ wurde dieser Lupinenkaffee getauft.

Jeder Schritt, vom Säen der Lupinenpflanzen bis zum finalen Verpacken des gemahlenen Lupinenkaffees, findet direkt vor Ort statt. Nach der Ernte werden die Samen gereinigt und zunächst gelagert, damit der gemahlene Lupinenkaffee möglichst frisch ist. Anschließend werden die Samen in einem großen Ofen geröstet, gemahlen und zuletzt verpackt. Vor dem Rösten werden die Bohnen noch einmal händisch nach Fremdkörpern durchsucht. Schließlich wird der Lupinenkaffee an zahlreiche Verkaufsstellen und an Endkunden versandt, die über den eigenen Online-Shop bestellen. Der Kaffee vom Bodensee kommt besonders in der Region an – so verkaufen die Händler hier bedeutend mehr von ihm, als von vergleichbaren Produkten aus entfernteren Anbaugebieten. Nicht nur der Röstvorgang ist auf dem Biolandhof Kelly Handarbeit, auch das Etikett der Verpackungen wurde von der Landwirtsfamilie selbst entworfen.[…]

Weiterlesen auf der Plattform für nachhaltige Landwirtschaft in der Region Bodensee-Oberschwaben “Yes! We Can Farm”!

Den Lupinen-Kaffee “Lupinello” und weitere Lupinenprodukte gibt es im “Hofladen-Onlineshop” oder auf amazon zu kaufen*.

Lupinenkaffee gibt's im Bioladen oder online direkt beim Erzeuger - spannende Geschäftsidee einer Landwirtin

Lupinenkaffee direkt vom Erzeuger

9. Bio-vegane Äpfel, Orangen und Kürbisse

Vegane Äpfel, Orangen oder Kürbisse? Das gibt es nicht! Natürlich haben auch “normale”, biologisch angebaute Früchte keine tierischen Bestandteile. Und doch wird es bald Äpfel, Orangen, Kürbisse und weitere Obst und Gemüsesorten “vegan” in deutschen Supermärkten zu kaufen geben. Der Grund: der Anfang 2017 gegründete Anbauverband “BIO.VEG.AN.” zertifiziert Betriebe, die sich verpflichten, keinen tierischen Dünger zu verwenden. Denn auch dafür müssen Tiere leiden. Was auf den ersten Blick wie ein Marketing-Gag klingt, macht durchaus Sinn. Denn die derzeitige Produktion und der Konsum von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs hat gravierende negative Effekten. Ob für Umwelt (Verunreinigung von Gewässern), Klima (Treibhausgasemissionen), Gesundheit (Fleischkonsum erhöht Risiko von Herzinfarkten) oder soziale Gerechtigkeit (Billigfleisch zerstört Lebensgrundlagen in Afrika).

Im konventionellen wie auch im biologischen Anbau wird Obst und Gemüse vielfach durch den Einsatz von Hornspänen, Blutmehl oder Schlachtabfällen wie Federn oder Borsten gedüngt. Beim Anbauverband DEMETER ist die Tierhaltung, bis auf Ausnahmen, obligatorisch vorgeschrieben. Hier gehören Tiere zwingend zu einem Hof-Kreislauf. Dabei werden DEMETER-Produkte als Bio höchster Güteklasse gehandelt. Für viele Veganer ist das nicht miteinander vereinbar. Der Biolandhof Clemens Hund im oberschwäbischen Meckenbeuren zeigt, dass es auch eine Alternative gibt. Denn der Anbau von Obst geht auch bio-vegan! Die Möglichkeiten sind also vielfältig: So wird, um Boden und Pflanzen zu stärken auf pflanzliche Mittel gesetzt. Hülsenfrüchte und Kleegras binden Stickstoff im Boden, Gründüngung lockert den Boden und bringt als Mulch wieder Nährstoffe ein und auch Pflanzenkompost, Basalt- und Steinmehl, Holzasche und Algenmehl werden eingesetzt, um den Boden zu verbessern. Dabei arbeitet jeder bio-vegane Betrieb verschieden und passt sich den Bedürfnissen von Boden und Pflanze an. Bereits seit 30 Jahren exportiert ein Netzwerk bio-vegane Lebensmittel aus Griechenland. Und in Großbritannien wurde bereits 1996 der erste Interessensverbund gegründet. In Deutschland ist dies Anfang 2017 mit der Gründung des “Biozyklisch-Veganer Anbau Verein” geschehen.

Der Verein ersetzt dabei nicht die bisherigen Anbauverbände. BIO.VEG.AN. sieht sich als zusätzliche Stelle, die überprüft, ob die Richtlinien des bio-veganen Anbaus eingehalten werden. Die ersten Betriebe wurden bereits zertifiziert und auch erste Lebensmittel importiert. Denn in Deutschland gibt es bisher nur wenige Betriebe, die bio-vegan arbeiten. Der Biolandhof Clemens Hund ist dabei einer der Pioniere in Deutschland. Auf 14 Hektar Anbaufläche wachsen hier Äpfel der Sorten Natyra, Elstar, Braeburn, Topaz, Gala, Greenstar, Idared, Fuji, Santana und Rubinette. Und wenn die nächsten Jahre reiche Ernten bescheren, dann können wir uns darauf freuen, bereits im Herbst 2018 “vegane” Äpfel im Handel kaufen oder direkt vom Landwirt zu uns nach Hause bestellen. Der Umwelt, dem Klima, unserer Gesundheit und der sozialen Gerechtigkeit zuliebe!

Für uns ist das ein Paradebeispiel, wie man mit innovativen Ideen und einem Gespür für langanhaltende Trends profitieren kann. Doch ich denke, dass die Idee noch besser umgesetzt werden kann. Die “vegane Szene” ist engagiert. Wie wäre es, das ganze mit der Idee von Solidarischer Landwirtschaft oder Crowdfunding zu kombinieren? Eine Geschäftsidee für mutige Landwirte!

10. Microgreens

Noch sieht es leer aus in der angemieteten Halle am Großmarkt im Hamburg. Doch schon bald soll hier ganzjährig produktiv gegärtnert werden, wenn es nach Mark Korzilius, einst Mitgründer der Restaurantkette Vapiano, geht. Knapp fünf Millionen Euro wird in das StartUp namens “Farmers Cut” investiert. Auf 1300 Qua­dratmetern sollen Baby Leaf Salate, Brunnenkresse und andere Microgreens angebaut werden. Die wachsen schnell und benötigen kaum Nährstoffe, nach durschnittlich 19 Tagen sind die Pflanzen groß genug zur Ernte. Die meisten dieser Pflanzen lassen sich in Substraten, manche gar auf Hanfmatten ziehen. Von den inhaltsreichen Pflanzen soll ab Mai 2017 fleissig geerntet werden, pro Jahr ist ein Ziel von 120 Tonnen geplant.  In sechs Lagen wachsen dann die Pflanzen, Licht kommt von LED-Lampen. In den geschlossenen Räumen wird sehr wahrscheinlich keine Anwendung von Pestiziden oder Insektiziden notwendig sein, auch muss der Salat nach der Ernte nicht gewaschen werden, das spart Zeit. Trotztdem ist der Anbau nicht biologisch, da das Siegel den Anbau in Erde vorschreibt. In Zukunft sollen auch Erdbeeren, Tomaten oder Gurken angebaut werden. Von der urbanen Farm mitten in Hamburg bis zum Teller des Verbrauchers, sind es “dann eventuell nur wenige hundert Meter.

Sprossen und Micro Greens zählen zu den Ernährungstrends. Durch die Vielzahl an Nährstoffen sind sie ein richtiges Superfood. Und lecker schmecken können sie auch, wie Angelika Fürstler in ihrem Buch “Sprossen & Mikrogrün – Die ultimativen Superfoods auf dem Küchengarten”* mit 40 Rezepten darstellt! Wer selber einmal Baby Leaf Salat anbauen möchte, kann dies mit wenig finanziellem Einsatz und einem Anzuchtset versuchen*.

Weitere Einblicke gibt es beim Besuch des Reformwarenblog’s bei Farmers Cut

Großhändler können frische Sprossen (Microgreens ist so ein schönes Modewort!) in Bio-Qualität auch beim Rosenhof beziehen.

Frisches Sprossen und Keimlinge sind eine Marktnische für Gärtnereien

Auch in Bioläden gibt es mittlerweile frische Microgreens zu kaufen.

11. Fische aus Aquaponik

Aquaponik bezeichnet ein Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. Der Vorteil dabei ist, dass die Nährstoffe einen geschlossenen Kreislauf haben; die Ausscheidungen der Fische werden als Nährstoffe für die Pflanzen verwendet, die das Wasser wiederum so reinigen, dass es wieder den Fischen zugeführt werden kann. Diese Anbaumethode bietet den Vorteil, dass sie auch für urbane Räume geeignet ist. So ist es kein Zufall, dass die beiden führender Anbieter solcher Systeme für den kommerziellen Gebrauch ihren Sitz in Berlin (ECF Farmsystems) und Zürich (UrbanFarmers) haben. Wen das inspiriert, dem empfehlen wir die Lektüre von „The Aquaponic Farmer: A Complete Guide to Building and Operating a Commercial Aquaponic System“.*

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12. Ganz besondere Säfte

Grüne Limonade
Gibt’s von Balis. Und die ist nicht nur von der Farbe grün. Sie schmeckt auch erfrischend grün – nach Basilikum! Als Basis für Mule Cocktail erfunden, lässt sich die Limo mit dem Geschmack von Basilikum, Ingwer und Limette* auch köstlich pur süffeln. Und ein paar Eiswürfel geben im Sommer noch den letzten Schliff. Das ist mal ein Beispiel, dass es auch anders geht als “Neu, aber irgendwie doch das gleiche”!

Birne- Rosmarin, Pflaume-Kardamom oder Tannenwald
Das sind die Geschmacksrichtungen des Brauseherstellers Wostok aus Berlin. In punkto Kreativität steht Wostok damit Balis also in nichts nach. Und auch hier gibt es Limonaden, die es wirklich nirgendwo anders gibt. Wo gibt es schon eine Kombination aus Taigawurzel, Fichtennadelöl, Eukalyptus und Kardamom zu finden? Im Wostoker Tannenwald! Und wohl nur da. Aber es geht noch einzigartiger: mit der Kombination aus Aprikose und Mandel. Schmeckt nach Marzipan. Eine Marzipanlimonade, wie geil ist das denn? Achja, hier wird übrigens in Bio-Qualität gearbeitet und ohne raffinierten Zucker gesüßt. Und die meisten Sorten sind vegan, wie auch der Etikettenleim. Weil’s eben so gewünscht wird. Probieren lohnt sich!*

Berglimo – ein Erfrischungsgetränk mit Heuextrakt
Kommt aus dem aus dem Allgäu. Unter dem Namen Berglimo verkauft die Brauerei Zötler mehrere Fruchtlimonaden. Mit 40% Fruchtanteil und keinem Zuckerzusatz ist die Berglimo aber vielmehr eine innovative Misch-Fruchtschorle. Seit 2013 werden hier die Kombinationen aus süßem Apfelsaft mit einem Schuss saurer Johannisbeere oder wahlweise Traubensaft* gemischt. Doch die wirkliche Veredlung erfolgt mit der Zugabe von Bergwiesenheu-Extrakt. Dieses besteht aus über 70 verschiedenen Kräutern und gibt dem Getränk einen leicht herben Kick. Gefällt uns!

13. Saftkonzentrat mach dem Konzept der Teekampagne

RatioDrink handelt nach dem Prinzip der Teekampagne: wenige Produkte werden in großen Packungen in bester Qualität direkt an den Endkunden verkauft. Das spart bei der Logistik, bei Prozessen, bei Material, bei der Beratung, … und diese Ersparnis kann an den Kunden weiter gegeben werden. Dadurch bekommt der Kunde eine sehr hohe Qualität für einen sehr günstigen Preis.
Weitere Beispiele: Teekampagne, Vanilla Campaign, Weinkampagne, arteFakt Olivenölkampagne, Rii Jii Rice, Salzprojekt und viele mehr… Warum sollte dieses Konzept nicht auch auf andere Produkte ausdehnbar sein? Zum Beispiel Getreide, Kräuter, Lupinenkaffee, …

Mehr über „Das Konzept der Teekampagne und 7 Unternehmen, die danach arbeiten“.

14. Holundersirup aus deutscher Agroforstwirtschaft

Josef und Sheila Heinzler haben aus der Not eine Tugend gemacht. Ihre Freiland-Puten finden Schutz unter Holundersträuchern, aus deren Blüten und Früchten Sirup und Saft hergestellt wird. Die Produkte werden unter eigener Marke in ganz Baden-Württemberg vertrieben. Jährlich finden mehrere tausend Flaschen einen Käufer, Produkte kommen aus der Region für die Region und die Heinzlers sind wirtschaftlich besser aufgestellt.

Viele Kollegen zweifelten am dem Vorhaben der Heinzlers, Freiland-Puten zu halten und äußerten Bedenken, ob sich die hochgezüchteten Rassen im Freiland überhaupt halten ließen, da die Tiere zum einen hier nicht einheimisch sind, zum anderen die höhere Keimbelastung im Freiland für solch hochgezüchtete Tiere zum Problem werden könnte.

Josef Heinzler blickt auf viele Jahre Erfahrung im elterlichen Betrieb zurück, wo seit über 30 Jahren konventionelle Putenhaltung betrieben wird. 2002 übernahm er den Hof seines Großvaters und startete dort zunächst mit eigener, konventioneller Putenzucht. Nach zehn Jahren machte er sich auf die Suche nach Alternativen: Zum einen wollte er eine art- und wesensgerechtere Haltung und zum anderen waren die finanziellen Aussichten in der konventionellen Haltung schlecht, mehr und mehr speiste sich der Betrieb aus der Substanz. Die Heinzlers entschieden sich, trotz der Zweifel vieler Kollegen, für die Freilandhaltung und für den Anbauverband Naturland. Ein großer und mutiger Schritt.

Seit 2013 werden die Holunderblüten im Juni vor Ort mit Zitronensaft und Zucker zu “Heinzler’s Holly” Holunderblütensirup verarbeitet. Die reifen Beeren werden Anfang September zu reinem “Heinzler’s Holder” Holundermuttersaft gepresst, abgefüllt und in Supermärkten und im Bio-Fachhandel in Baden-Württemberg vertrieben. Weitere Produkte wie Holunderbeerenlikör und Holundergeist sind für die nahe Zukunft geplant.

Bis die Produkte in den Läden standen, gab es einige Hürden zu überwinden. Neben der Markenfindung und der Gestaltung der Flaschen gab es viele Vorschriften zu beachten. Wie beantragt man einen EAN-Code? Was muss gesetzlich auf der Flasche s15. tehen? Wie groß darf und muss das Naturlandlogo sein, wie groß das des EU-BIO-Siegels?

Diese Hürden und viele weitere haben Josef und Sheila Heinzler in den letzten Jahren gemeistert. Nicht nur, dass sie vom Wiesenhof-Lieferanten zu einer artgerechten Freiland-Putenhaltungen umgebaut haben, mit Feneberg haben sie auch einen Partner auf Augenhöhe gefunden, welcher sich auch durch persönliche Besuche vor Ort von der biologischen Haltung überzeugt. Die Heinzlers sind zufrieden mit ihrem Betrieb und haben aktuell keine Pläne, die Putenhaltung zu vergrößern. Nach zwei Jahren steht die “Holunderlinie” noch am Anfang, die Produkte werden aber schon in Supermärkten und im Naturkosthandel in ganz Baden-Württemberg verkauft. Holundersträucher haben die Heinzlers viele, daher planen sie fleissig weitere Produkte wie Holunderblütengeist und Holunderblütenlikör, um ihre Getränkelinie auszubauen.

Not macht erfinderisch, das wird hier gezeigt!

Naturland Landwirtschaft kann auch kreativ sein - die Heinzlers haben Geschäftsideen!

Holundersträucher bieten den Puten Schatten und dem Landwirt Beeren!

15. Cidre

Die Pflege von Streuobstwiesen ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Selten wird dieser honoriert. Der Apfelsaft von Streuobstwiesen ist in der Regel vielmehr die Arbeit vieler fleissiger Hände von Umweltschutzverbänden oder Idealisten. Zwar bekommen die Landwirte bei einer solchen Kooperation oft schon einen höheren Preis, wirklich lohnenswert ist die Arbeit meist dennoch nicht. Dabei brauchen wir viel mehr solcher Streuobstwiesen, anstatt der üblichen Apfelplantagen. Denn diese bieten einen unschätzbaren Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt auch einen Erholungsort für den Menschen. Durch Veredelung zu Cidre lässt sich schnell ein vielfach höherer Ertrag erzielen, als mit dem direkten Verkauf von Apfelsaft. Die Vermarktung ist natürlich auch etwas schwieriger. Über Feinkostshops oder die Gastronomie lassen sich solche (Fein-)Köstlichkeiten jedoch vermarkten. Andere kommen übrigens auf die Idee, Birnensaft mit Weißwein und Kohlensäure zu mischen. Das Ergebnis „Havelwasser“* mundet vorzüglich!

16. Bio-Vollmilch für Baristas

Mein erster Gedanke war: wozu brauchen Baristas eine besondere Milch? Ich hatte vergessen, dass Kaffee nicht nur ein Getränk ist. Kaffee ist mittlerweile Kunst. Wie wichtig diese Kunst manchen Menschen ist, habe ich erst nach der Lektüre des Magazins barista verstanden. Kaffee ist ungefähr so trendy wie Craft Beer, nur dass viel mehr Menschen bereit sind, ordentliches Geld für Kaffee auszugeben. Daher erwarten sie auch, dass die Milch ordentlich geschäumt ist. Und da das nicht mit jeder Milch gleich gut funktioniert (Stichworte: Fettgehalt, Eiweissgehalt, ….) brauchen Baristas eine besondere Milch. Ich trinke am liebsten frische, nicht homogenisierte Milch von Kühen mit Hörnern. Es freut mich besonders zu sehen, dass eine solche Qualitäts-Milch auch von Baristas geschätzt wird. Denn das Ökodorf Brodowin ist mit seiner Demeter-Vollmilch für Baristas einer der wenigen Bio-Anbieter – mit Erfolg!

17. Kürbis-Ketchup

Hokkaido ist heutzutage einer der bekanntesten Kürbisse, nicht nur, weil er lecker cremig-nussig schmeckt, sondern auch, weil er leicht zu verarbeiten ist und nicht geschält werden muss. Als einer der ersten Bauern in Süddeutschland hat Georg Thalhammer den aus Asien stammenden orangefarbenen Kürbis auf dem Feld angebaut. Heute versteht sich der Pionier als Anwalt der Bauern. Angesichts der immer schwierigeren finanziellen Situation vieler Landwirte agiert er als Mittler zwischen Bauer und Verbraucher. Inzwischen ist der ehemalige Bio-Landwirt mit seinem Unternehmen „Georg Thalhammer – Gesundes von Feld und Wald” zum Marktführer für frische Hokkaido-Kürbisse geworden. Rund 3.000 Tonnen Hokkaido-Kürbisse nimmt Georg Thalhammer den Bio-Landwirten, mit denen er zusammenarbeitet, jährlich ab.

Da sich nicht jeder produzierte Kürbis im Frischebereich vermarkten lässt – die Früchte sind manchmal zu groß oder zu klein, die Farbe stimmt nicht oder es gibt Druckstellen – hat Georg Thalhammer einen Weg gesucht und gefunden, auch die Industrieware der Hokkaidos sinnvoll zu verwerten. Er ließ die Kürbisse zu Püree verarbeiten, das ihm nun als Basis für die Herstellung von Feinkostprodukten dient. (Mittlerweile) wurden Kürbissuppen entwickelt, Kürbisketchup, Kürbisnudeln und das Püree wurde für den Endverbraucher ins Glas und in die Dose gebracht – als Basis für Suppen, Soßen, Backwaren, Eis oder als Zutat für den selbstgemachten Babybrei.

Mittlerweile wurden viele weitere spannende Produkte auf den Markt gebracht: Süße Kürbis-Brotaufstriche mit Mandelmuß, Kürbis-Schokoaufstrich, Kürbisschorle und Kürbis-Gewürzsirup “Pumpkin Spice”!

Geschäftsidee aus der Landwirtschaft: Kürbisse zu Kürbisketchup verarbeiten

Kürbisketchup von Georg Thalhammer – Kreativität, die zum Erfolg geführt hat!

18. Zwiebelmarmelade

Zwiebeln, Essig und Zucker, das ist die Grundlage des “Zwiebelconfit” von Schalotti. Gründerin Antonia Schlüter verliebte sich in den herzhaften Aufstrich, der im englischsprachigen Ausland auch “Onion Jam”, zu deutsch “Zwiebelmarmelade” genannt wird. Den gibt es in Deutschland aber meist nur im Feinkostladen zu kaufen – das musste geändert werden. Gesagt, getan und den Job gekündigt, um Schalotti zu gründen. Jetzt erobern die drei Varianten “Original”, “Sesam-Chili” und “Apfel-Weißwein” die deutschen Supermärkte! Schalotti passt perfekt zu Burgern und Flammkuchen, aber auch zu Pasta, Weißbrot, Quiche, herzhaften Pfannkuchen und vielem mehr. Eine klare Empfehlung für jeden, der gerne Zwiebeln mag. Aber warum eigentlich nicht selber machen? Antona Schlüter hat ein gutes Argument (für’s kaufen): Nach dem einkochen stinkt die Bude. Stundenlang.

19. Premium-Ketchup aus Österreich

Am dritten März 2018 fragte der Bio-Bauer Erich Stekoviks seine Facebook Freunde folgendes: „Wir denke n laut nach – eure Meinung ist uns wichtig! Ketchup besteht oft aus 60 %  Zucker und 7% frischen Tomaten – das ist uns zu wenig!Wir träumen von einem Ketchup aus unseren Bio Paradeisern. Wir verwenden 100 % frische Paradeiser und geben 7 % Zucker dazu, aber so ein Ketchup müsste 9,50€ für 250g kosten.Wäre der Preis für euch zumutbar?“

Manch würde an dieser Stelle denken, dass dieser Landwirt verrückt geworden ist. Nicht aber seine Fans, die sich bei seinen Genuss-Stunden von der Qualität seiner Ware überzeugen können (ca. 50 Führungen pro Jahr, 65 € pro Person, in der Regel Monate im vorraus ausgebucht). Die sagten „Ja, wir wollen so einen Ketchup!“. Und Erich Stekoviks hält sein Wort und ist bedeutend schneller als die schnellsten Food-SatartUps. Von Konzernen ganz zu schweigen. Sechs Wochen später können die Kunden seinen Ketchup kaufen. Ich glaube Herr Stekoviks sollte Berater werde…

Nur als Vergleich: der Bio-Ketchup von Emils Feinkost enthält auch nur Deutsche und Italienische Tomaten und süße aus Traubenmost und Apfeldicksaft und kostet dabei  2,95 € für 250 ml. Die meisten empfinden schon diesen Preis als zu hoch.

20. Chara-Pita-Pfeffer der Inkas

Doch Erich Stekoviks verkauft weit mehr als nur Ketchup. Der Mann ist genial und weiß, wie man hochpreisige Produkte an den Kunden bringt. Seine neuste Idee: Chara Pita – Pfeffer der Inkas. Wertvoller als Vanille oder Safran (solange man es teuerer verkauft sowieso. Warum auch immer). Auf jeden Fall verkauft dieser Gemüsegärtner jetzt dieses Gewürz. Die luftdichte Emaille-Dose mit Eschenholzdeckel ist weltweit auf maximal 4.400 limitiert. Sie enthält mindestens 200 Charapita-Chilibeeren aus österreischem, biologischem Anbau. Natur pur. Geldbeutel leer. Denn: diese Beeren kosten ca. 0,75 € pro Stück. Die Dose also 150,00 €! Immerhin entfallen die Versandkosten  ab einem Bestellwert von 150 €, denn die schlagen sonst auch noch mit 14.40 € zu Buche. Ich glaube ich baue auch bald so Inkapfeffer an…

21. Reis aus Österreich

Neben Tomaten und Inka-Pfeffer gibt es in Österreich noch weitere spannende Geschäftsideen in der Landwirtschaft! Seit 2016 pflanzen die Bio-Bauern Erwin Unger und Erich Leyrer im Burgenland schwarzen und roten Reis an. Vor der ersten Ernte erprobten die Landwirte vier Jahre lang die besten Vorraussetzungen für den Anbau. So stellte sich zum Beispiel heraus, dass der beste Zeitpunkt zur Bewässerung nachts ist, um Schädlingen möglichst wenig Nährboden zu bieten.  Die beiden Pioniere sind dabei nicht allein – auch Gregor Neumayer, gelernter App-Entwickler, ist Reisbauer!  Wie sein Reis heißt? Natürlich ÖsterReis!  Mehr über den limitierten Bio-Reis aus dem Burgenland gibt’s im Magazin Lebensart, FM4 berichtete über „Den Reisbauer aus Gerasdorf“ und im Ja! Natürlich Magazin. Übrigens: auch in Deutschland versucht ein Reisimporteur sich an Experimenten mit Reisanbau im Kaiserstuhl. Und wer bisher nicht mehr als Jasmin- und Basmatireis kennt, der sollte sich dringend mal bei Reishunger umschauen*. Hier gibt es Sadri Reis aus dem Iran, lila Reis aus Thailand oder Reistee aus Südkorea. Wow!

PS: Als nächstes wird versucht, Quinoa, Chia oder Amaranth in Deutschland anzubauen. Wir sind gespannt!
(UPDATE zu dieser Geschäftsidee: siehe Kommentare unten)

22. Schnelles Grünzeug – Johannisbeerstecken für die Spitzengastronomie & fermentiertes Gemüse

Olaf Schnelle verkauft Essbares aus der Botanik. Egal was es ist. Diese Beschreibung aus dem Katalog der Patisserie Walter umschreibt in nur zwei Sätzen die Arbeit des Gemüsegärtners aus Nordvorpommern. Hier wird angebaut, was besonders ist. Denn die Spitzengastronomie muss anders sein, spannend, frisch, neu! Ob Lärchenzapfen, Johannisbeerstecken oder weißer Honigklee. Das besonders an seiner Suche nach Aromawelten ist, dass er diese vornehmlich vor der eigenen Haustüre sucht. Und dabei auch frischen Wind in seine Ortschaft bringt. Denn neben seiner Gärtnerei hat er die erste und bisher einzige Manufaktur für Gemüsefermantation aufgebaut – und dafür vor Kurzem den Bundespreis für Engagement gegen lebensmittelverschwendung gewonnen. Denn hier wird fermentiert, was die Kunden nicht kaufen wollen: zu klein, zu groß, zu normal. Einzigartig ist, dass seine Manufaktur mit eigenem Gemüse arbeitet und nicht zukauft, wie alle anderen Betriebe dieser Art. Wennauch geplant ist, die Überschüsse benachbarter Bio-Betriebe auch zu verarbeiten. Was mich an Olaf Schnelle besonders fasziniert, ist die Ernsthaftigkeit, mit der er seine Unternehmungen angeht. Der klare Blick darauf, das es nachhaltige Lösungen braucht. Mehr dazu in seinem Artikel „Bio ist nicht genug„.

23. Knabbersonnenblumenkerne

Die Internationale Süßwarenmesse in Köln ist mit über 1.600 Ausstellern und knapp 40.000 Besuchern ein Highlight für Trends im Süßwaren- & Snackbereich. Wer es mit dieser Messe ernst meint, der bringt Zeit mit. Denn nur dann hat man wirklich die Muße, um unter den Bergen an Schokolade, Kaugummis und Keksen auch die ein oder andere Perle zu finden. Die Neuheiten wollen natürlich auch bestaunt werden, denn hier gibt es Evil Duck Candy Spray, Schokolade mit Chakra-Lichtfrequenzen, Nougat in Natureischale*, traditionelle isländische Schokolade oder die fantastische Emoti Paint.

Back to business: Bei meinem letzten Besuch bin ich gleich zu Anfang auf ein Unternehmen aus Lettland gestoßen, welches Snacks aus Saaten und Kernen anbietet. Knabber-Sojabohnen kannte ich aus dem Biohandel, geschmacklich und gerade von der Textur her haben diese mich jedoch noch nie überzeugt. Auch Kürbiskerne sind nichts neues, lecker, aber als Snack nervig zu schälen und oft übersalzen – irgendwie unkreativ. Mit seinen Sonnenblumenkernen hat mich Helianthus jedoch gleich gefangen. Mit Geschmacksrichtungen wie Bacon, Sauerrahm & Schnittlauch, Käse, Sauerrahm & Pilze, Tomate & Basilikum oder Wasabi versucht das Unternehmen eben mal nicht in die vegane Ecke einzusteigen, sondern Snacks für Fußball-Gucker zu produzieren. Und die sind eben doch immer noch in der Mehrheit!

Lieferanten für geschälte Sonnenbumenkerne lassen sich am einfachsten über die Ausstellersuche der ISM finden. Helianthus Snack liefert fertig gewürzt (konventionell), in China gibt’s auch Sonnenblumenkerne mit Kokoshülle, Saubohnen oder Kichererbsen mit Knoblauch. Bio-Sonnenblumenkerne gibt’s in Spanien, in Hamburg bei Bode Naturkost und natürlich bei vielen Lieferanten auf AliBaba. Meine Idee: selber machen (lassen). Sonnenblumenkerne als die europäische Alternative zu Erdnussnacks und Chips. Mit leckerem Geschmack von Käse, Paprika oder Sour Cream. Ich bin dabei!

24. Die Ernte haltbar machen – durch Fruchtpulver

Lebensmittelverschwendung ist ein Riesenthema. Die Gründer des StartUps „DÖRRWERK” haben sich bei ihren Produkten vom Ausland inspirieren lassen. Aus Obst, welches wegen optischer Mängel vom Großhandel aussortiert wird, stellt die Manufaktur Fruchtpapier her. Fruchtpapier, das sind dünne Blätter, die aus einer Kombination pürierter und getrockneter Früchte besteht. DÖRRWERK bietet aktuell die Kombinationen Mango-Apfel, Ananas-Apfel und Erdbeere-Apfel an. Vegan, Vitamin- und Nährstoffreich und ohne Aroma- oder Konservierungsstoffe (abgesehen von einem Spritzer Zitronensaft) sind die dünnen Streifen dennoch lange haltbar und genießbar.

Seine ersten Versuche machte einer der Gründer, Zubin Farahani, mit Trockenobst. Das aber kam bei seinen Freunden nicht so gut an, weil es meist zäh und trocken ist. Fruchtpapier dagegen ist dünn, knusprig, geschmacksintensiv und kombiniert einen süß-sauren Geschmack. Finanziert wurde das Unterfangen auch über eine Crowdfunding Kampagne. Mittlerweile ist das Fruchtpapier aus gerettetem Obst in Supermärkten Deutschlandweit zu finden.

Doch die Verwendung für Fruchtpapier ist beschränkt. Wie viele dieser Packungen futtert man wohl am Tag? Skalierbarer finde ich die Idee, Fruchtpulver aus überreifen Früchten* herzustellen. Dies ließe sich in der Gastronomie für Smoothies und Backwaren verwenden, für Müslimischungen* oder in Nahrungsergänzungsmitteln*. Müsli wird eben jeden Tag gegessen. Und Landwirte und Großhändler haben immer wieder große Übermengen. Kommt noch die Frage, was man aus Übermengen an Gemüse machen kann? Gemüsebrühpulver! Und ich weiß auch schon, wie man das vermarkten kann…

25. Brokkoli Spargel (Broccolini)

Immer mal wieder braucht es etwas Neues. Das zeigte schon Olaf Schnelle mit seinen Johannisbeerstecken. Altes neu interpretiert reicht auch schon, um Kunden zum staunen zu bringen. Zum Beispiel mit Broccolini, auch Brokkoli-Spargel genannt. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus Brokkoli und Gai Lan. So einfach kann Innovation sein!

Neue Züchtungen bei Gemüse können gute Verkäufe bringen

Die perfekte Kombination: irgendwie bekannt, aber doch neu!

26. Dinkelreis

Ähnlich wie mit dem Broccolino ist es mit dem Dinkelreis. Als Trockenprodukt ohne große Verarbeitungsschritte ist es ideal für Direktvermarkter geeignet. Bis vor Kurzem war er mir noch gänzlich unbekannt, heute fällt er mir immer wieder auf. Jetzt muss ich ihn nur noch probieren!

27. Schoko-Naschäpfel

Der Preis für konventionelle, unverpackte Äpfel ist fast immer der gleiche: 1,99  € pro Kilogramm. Egal welche Sorte, Herkunft oder Jahreszeit. Beim Obstbauern kommen davon in der Regel zwischen 15-50 Cent an. Gute Erträge aus dem einen Jahr müssen Verluste und Ernteausfälle wie im Jahr 2017 ausgleichen – wirklich reich wird davon kaum einer. Doch wie kann man den Ertrag steigern? Eine Möglichkeit ist die Markenbildung oder Direktvermarktung. Eine andere, die Äpfel weiter zu verarbeiten. Zum Beispiel zu einer leckeren Nascherei: den Appletinies. Die getrockneten Bio-Äpfel werden in kleine Stpücke geschnitten und anschließend mit Schokolade umhüllt. Mit Vollmilch, Zartbitter, Weiße Schokolade und den Gewürzen Chili, Zitrone, Zimt oder Vanille verfeinert, finden diese Äpfel aus Österreich nun Kunden in der ganzen Welt – zum Beispiel über eine Handelsmesse der Canadian Health Food Association.

Eine Dienstleistung, die viele bräuchten …

28. Social Media Workshops

Agriculture More Than Ever bietet Landwirten eine Vielzahl an Ressourcen wie Grafiken, Bilder, Infografiken, Videos und Blogbeiträge für Social Media Kanäle und Webauftritte sowie Webinare, Schulungen und gemeinsame Aktionen (Challenges), um ein positives Bild der Landwirtschaft in Kanada zu vermitteln. Informationen und Bedarf wird dabei aus der bestehenden Community von Landwirten, sogenannten “Agvocates” ermittelt.

Für Landwirte, die oft nicht in Kommunikation oder Marketing ausgebildet sind, bietet Agriculture More Than Ever eine gute Dienstleistung, sich mit individualisierbaren Grafiken und Blogbeiträgen zu versorgen, die nie von alleine zu erstellen wären. In Kombination mit eigenen Beiträgen kann ein so bestückter Facebook Account viel Aufmerksamkeit erregen und neue Kunden bringen.

Ähnliche Dienstleistungen im deutschsprachigen Raum bietet Yes! We Can Farm an.

Und noch was ganz anderes!

29. Rastafari-Schaf – Merchandise

Es ist ohne Frage das coolste Schaf der Welt: das Wensleydale!

Beliebt nicht nur wegen seiner schönen Wolle, eignet es sich auch als sexy Fotomodell für verirrte Fotografen. Und natürlich als Geschenkidee für Landwirte, Kiffer, Rastafaris und Bad-Taste-Party-Besucher. Denn dieses Schaf hat wirklich den absoluten Durchblick. Im übrigen ist es nicht alleine. Denn dieses Schaf kommt immer zu zweit. Eines zum denken und eines zum gucken.

Was macht dieses Schaf genau ausmacht ist sein verträumter Blick. Wovon es träumt? Von weiten Wiesen in sattem Grün, von seiner Kindheit im Stall, von netten rumänischen Hirtehunden, einem leichten Regenschauer, der trockenen oberschwäbischen Savanne an einem heißen Augusttag und einem Eimer Wasser und natürlich vom großen Tag an dem DER Fotograf kam, um Schäfchen zu fotografieren. Und Schäfchen wurde fotografiert. Das Foto wurde sogar mit dem Abdruck in einem Wandkalender prämiert. Doch Schäfchen träumt von noch mehr. Schäfchen träumt davon, in der großen weiten Welt als Modell zu arbeiten und gezeigt zu werden. Der Laufsteg ist zu kompliziert (Schäfchen hat ja nicht so viel Durchblick). Also muss es wohl auf den laufdenden Litfasäulen sein. Schäfchen bekommt ein eigenes T-Shirt! Und Longsleeve und Schürze und Handyhülle und Trinkflasche und Käppi und und und. Und wer könnte diesem Schäfchenblick widerstehen? Ich nicht! Also komm und kauf Schäfchen als T-Shirt – bitte, bitte, bitte! Hier geht’s zum Heimat Land Leben Shop*!

Wir sind der Meinung, dass dieses verträumte Schaf als Motiv auf einem T-Shirt ein ideal Geschenk ist. Und zu dieser schamlosen Eigenwerbung stehen wir 😉

PS: bei 100 Verkäufen setzen wir dem Schäfchen auch noch ein Einhornhorn auf. Dann ist Schäfchen das erste Einhornschaf der Welt!

PPS: Halt! Wo Wolle du hin? Ich will in deinen Kleiderschrank! Sei mein Hirte und hilf mir, den Weg zu finden*!

Du möchtest mich lieber an deine Wand hängen? Das geht natürlich auch. Einmal mit Durchblick* und einmal ohne*. Falls du lieber Kälbchen*, schnuckelige Alpakas* in der Abendsonne* oder putzige* Seidenhühner* magst, dann habe ich meine Kollegen natürlich auch mit dabei!

Dieses Schaf hat den Durchblick!

Gestatten: das Langhaarschaf. Wie geschaft für coole Sprüche!

30. Heu Online verkaufen

Hubert Hofmann hat es sich zur Aufgabe gemacht auf natürliche Weise gesundes Heu zu produzieren ohne Dünger und Spritzmittel sowie mit Heutrocknung um Schimmelpilz und Staub zu vermeiden. Im Online-Shop kann sein Allgäuer Bio-Heu mit PayPal bezahlt werden und das Heu kommt per DHL bis an die Haustür. Eine kleine Revolution in der konservativen Landwirtschaft!

31. Wo gibt’s Reste? Knorrige Äste, Kaffeesatz, Pferdemist, Kuhhörner, Olivenkernkohle, …

Manche Menschen grillen Grillen, andere Oliven. Was fast immer gegrillt wird – und nicht zu wenig – ist Holz in Form von Grillkohle. Bei OlioBric liegen die Oliven jedoch nicht auf, sondern unter dem Grill. Denn OlioBric stellt “voll ökologische” Grillkohle-Briketts aus Olivenkernen* her! Bei der Herstellung von Olivenöl fallen enorm viele Kerne ab, Trester genannt. Diese wandern im Normalfall auf den Kompost oder werden als Dünger in der Landwirtschaft verwendet. Dabei ist deren Potential groß.  So schreibt OlioBric über die Verwendung: “Bevor wir ihn zu Asche, Staub und Dünger werden lassen und ihn der Natur wieder zuführen, brennen wir vorher noch Kalkstein damit aus. Aus dem ausgebrannten Kalk entsteht in gemahlener Form Dünger für die Landwirtschaft und mit Wasser versetzt haben wir die weiße Farbe für den isolierenden Anstrich der Häuser in Griechenland. Beim Ausbrennen der Kalksteine entsteht verkoktes Material. Unser sogenanntes Vorprodukt. Dieses mischen wir mit 15% veganer Stärke und Wasser und pressen daraus unsere OlioBrics.”

Lasset der Kreativität freien Lauf. Wie mit dem Resteschwein (oben erwähnt). Wo gibt es etwas übrig, was sich zu etwas besserem verarbeiten ließe? Kaffeesatz als Pilzsubstrat, Schafwolle als Schneckenbremse* oder Treibholz zu Betten.

32. Schafhocker

Ich wollte schon immer mal ein Schaf haben. Aber ein Schaf ist kein Schaf. Und außerdem ist’s dann schwierig mit dem in Urlaub fahren. Gleichzeitig sind die Schafe von der Furniture Farm wie ein Urlaub zu Hause. Diese stellt Sitzhocker im Schafdesign her. Mit richtigem Schaffell. Kunden sind Landwirte, Tierärzte und andere Tierliebhaber, die gerne ein ruhiges und stubenreines Schaf zu Hause halten möchten. Liebe Schäfer: wo kann ich das in Deutschland kaufen?!

33. Brauanlagen für Komposttee

Was haben ein konventioneller Golfrasen und ein konventioneller Acker gemeinsam? Einen hohen Bedarf an Pestiziden und Fungiziden. Der Umweltingenieur (Absolvent der ZHAW) und passionierte Golfer Ludwig Glöcklhofer fragte sich, ob diese Behandlung in Form chemisch erzeugter Pestizide und Fungizide nötig ist. Er recherchierte, wie der Golfrasen früher behandelt wurde. Dabei stieß er auf “Komposttee”, eine wässrige Lösung voll von nützlichen Mikroorganismen, die aus dem Kompost extrahiert und vermehrt werden. Die Herstellung von Komposttee geschieht durch aerobe (mit Sauerstoffzufuhr) oder auch anaerobe (ohne Sauerstoffzufuhr) Prozesse, jedoch ist meist die aerobe Herstellung gemeint.

Dieser Komposttee enthält eine Vielzahl an Mikroorganismen. Durch die Anwendung von Komposttee wird dem Boden bzw. der Phyllosphäre (Blattoberfläche) eine enorme Menge an Mikroorganismen zugeführt. Diese mikrobiellen Prozesse sind verantwortlich für die Bodenfruchtbarkeit und das Wachstum, die Vitalität und Krankheits- sowie Schädlingsresistenz der Pflanze. Diese Auswirkungen untersucht Ludwig Glöcklhofer auch in seiner Masterarbeit.

Der flüssige, fertige Komposttee kann direkt auf die Pflanzen oder den Boden ausgebracht werden, dabei ist eine Überdosierung nicht möglich. Die Nährstoffe sind in den Mikroorganismen gebunden und stehen den Pflanzen nach Bedarf zur Verfügung.

Doch dieser Komposttee ist nicht nur für die Golf-Greens geeignet, auf denen die ersten Versuche durchgeführt wurden. Die von Ludwig Glöcklhofer und Freunden dafür neu gegründete Firma EDAPRO hat das Ziel Braugeräte, die nötigen Zusatzstoffe und verschiedene Qualitätskomposte zu vertreiben, egal ob für den Golfrasen, Hobbygärtner, Gemüse- oder Rebbau. Um das Kapital für die Investition in die ersten Braugeräte, weitere Feldversuche im ökologischen Rebbau und in die Unternehmensstruktur zu stemmen, starteten sie eine Crowdfunding Kampagne auf der Plattform “wemakeit“, auf der sie über 17.000 Schweizer Franken sammelten.

Anstelle eines Bankkredites haben sie sich für Crowdfunding entschieden, um direkt in Kontakt mit den Anwendern zu kommen, und von deren Wissen profitieren zu können.

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Wie aus einer Leidenschaft fürs Golfen seine Masterarbeit und eine Geschäftsidee entstand. Der Umweltingenieur Ludwig Glöcklhofer hat mit zwei Kollegen das Start-Up EDAPRO gegründet, das im Bereich der biologischen Pilzbekämpfung aktiv ist.

PS: für den Eigenbedarf im heimischen Garten gibt es auch kleinere Komposttee-Systeme* auf amazon.

34. Obstraupe – Eine Low Budget Obstsammelmaschine

Das Geld liegt auf der Streuobstwiese – aber wer es sammelt, macht damit seinen Rücken kaputt. Wer sich eine Obstraupe kauft, muss zwar erstmal etwas Geld zahlen, spart sich aber auf Dauer einige Rückenschmerzen und Hilfskräfte. Denn Obst von Hand aufsammeln gehört nun wirklich zu einer der sinnlosesten Arbeiten auf Erden. Dann lieber diese Obstraupe mit dem Akkubohrer anschmeißen und das Obst wird fast wie von alleine aufgesammelt 🙂 Solche Low-Budget Erfindungen braucht es noch viel, viel mehr!

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2 Kommentare

  1. Hallo Malchus,
    spannender, umfangreicher Artikel, vielen Dank auch für die Verlinkung des Ja! Natürlich Magazins (ich bin dafür zuständig, nur als Disclaimer ;))

    Die beiden Seewinkler Bauern Erich Leyrer und Erwin Unger bauen nicht erst seit 2016 Reis an, sondern schon seit mehreren Jahren. 2015 war das erste Anbaujahr, dessen Ernte in den Verkauf kam. Die ersten Versuche gab es natürlich viel früher, es gelang leider nicht gleich beim ersten Mal, den ersten österreichischen Reis auch in den Handel zu bringen. 2016 wurden dann die ersten Produkte im Handel präsentiert. Es gibt derzeit schwarzen, roten und natur-weißen Reis.

    Liebe Grüße, Lisa

  2. Voll cool dein Artikel! Echt spannend was es mittlerweile alles gibt^^ Das Buch über Sproßen und Mikrogrün habe ich mir lustigerweise erst letztens gekauft und von der veganen Gemüse Bewegung habe ich bei einem Vortrag auf der Veggie World Paris gehört 🙂 Jetzt habe ich auch Lust Orangenbaumpatin zu werden :p

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